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Tipps zu SchülerVZ, Facebook & Co.
Jeder hat schon von Kindern gehört, die von einem Menschen, den sie über den Computer kennengelernt haben, entführt, verschleppt oder Schlimmeres sind. Selbst Eltern, die Kinder am PC befürworten, wird Angst und Bange, wenn ihre Kinder anfangen zu chatten. Einige Eltern legen Wert darauf, die Passwörter ihrer Kinder zu kennen, manche kontrollieren auch den Computer. Aufpassen hilft jedoch oft nicht viel, denn eure Kinder werden da nicht mitspielen, wenn ihr ihnen beim Chatten auf die Finger schaut. 13jährige haben ihre Geheimnisse, die oft ganz harmlos sind und eher mit dem süssen Typen aus der 9b zu tun haben als mit kriminellen Machenschaften.
Das beste Mittel ist also Aufklärung. Eure Kinder müssen wissen, wie sie sich verhalten sollen.
"Chatten ist erst dann sinnvoll, wenn Kinder mit problembeladenen Kommunikationssituationen (z.B. Beschimpfungen, Anmache etc.) umgehen können." steht in der Broschüre des Bundesministeriums für Familie, Senioren, Frauen und Jugend. Dort wird ein Mindestalter von 14 Jahren empfohlen. Bei Facebook darf man sich erst ab 13 anmelden, bei SchülerVZ bereits mit 12 Jahren. Doch erfahrungsgemäß erwacht das Interesse schon früher und viele 10jährige chatten bereits. Dazu ein paar Tipps:
- Lasst eurer Kind erzählen, was es im Chat-Room erlebt hat und wen es kennengelernt hat!
- Nehmt euer Kind ernst, bei allem was es tut und erzählt!
- Lasst eure Kinder bei den Nicknames im Chat in eine Phantasierolle schlüpfen und sich "Barbie" oder "Superman" nennen.
- Euer Kind darf niemals seinen wirklichen Namen und Adresse angeben. Kinder, die chatten dürfen, begreifen auch, dass es wie im richtigen Leben auch im Internet Menschen gibt, denen man nicht vertrauen sollte. Die Anonymität eines Chats lässt es einfach nicht zu, dass man diese Menschen erkennt, denn oft verstecken sie sich hinter Phantasienamen, erzählen, dass sie in xy-Stadt wohnen und 14 Jahre alt sind. Wie süß auch immer der Chat-Freund / die Chat-Freundin auch sind, traut niemandem. Wenn sich eure Kinder mit den neuen Bekannten treffen wollen, geht beim ersten Mal mit und/oder lernt die Eltern kennen.
- Eure Kinder sollten sofort mit euch reden, wenn ihnen etwas merkwürdig vorkommt. Es kann z.B. sein, dass jemand ein Bild will, womöglich im Bikini oder jemand Geschenke verspricht oder auf Heimlichkeiten aus ist.
- Lasst euch erzählen, wer die ganzen Personen sind, die in der Freundesliste auftauchen. Und erklärt euren Kindern, dass es keine 500 Facebook-Freunde braucht und dass nicht gut und manchmal sogar gefährlich ist, Fremde dort aufzunehmen, denn auch diese können dann alles lesen, was das Kind schreibt.
- Echte Fotos zu zeigen sollte tabu sein, ist aber oft nicht durchzuhalten. Erklärt eurem Kind daher, was Menschen mit ihrem Bikinifoto aus dem letzten Urlaub so anstellen können.
- Wie verhängnisvoll Geburtstagseinladungen über Facebook sein können, haben in der Vergangenheit einige Fälle gezeigt. Wenn euer Kind also den 15. Geburtstag nicht mit 15.000 fremden Gästen feiern möchte, sollten Einladungen über Facebook tabu sein.
- Grundsätzlich ist bei der Nutzung Sorgfalt und Vorsicht angebracht. Da wird schnell mal vergessen, ein Häkchen zu setzen und schon erfährt die ganze Welt von dem Geheimnis, das doch nur die beste Freundin wissen sollte.
Bei aller Vorsicht, der überwiegende Teil der Chatter und "Freunde" sind nette, harmlose Menschen. Und Chatten ist natürlich genauso wie Tuscheln mit der Freundin, also auf jeden Fall etwas, wo man seine Eltern nicht dabei haben will. Ihr müsst die Gratwanderung zwischen Kontrolle und Vertrauen schaffen. Und eure Kinder müssen wissen, auf was sie achten müssen.